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Im franzosischen einzelhandel tobt ein kampf--tiefgekuhlte meeresfruchte gegen gekuhlte.

Publication: Quick Frozen Foods International
Date: Thursday, April 1 2004

In Frankreich sind die Verkaufszahlen fur tiefgekuhlte Meeresfruchte doppelt so hoch wie die fur gekuhlte Meeresfruchte, die dort auch als Produkte mit langer Konservierung, abgekurzt ,,DCL", bezeichnet werden. Der Markt fur gekuhlte Produkte wachst jedoch wesentlich starker als der fur tiefgekuhlte,

und zumindest bei Surimi, liegen die gekuhlten Produkte schon vorne. Der Wettbewerb bei Garnelen und Fertigprodukten ist ebenfalls stark, wie Mary Davis in ihrem Sonderbericht auf Seite 50 beschreibt.

In der ersten Halfte des Jahres 2002 betrugen die Verkaufe in diesem Segment, das in Frankreich als ,,Le Rayon Traiteur de la Mer" (Delikatessen aus dem Meer, im Vergleich zu gekuhlten oder DCL-Produkten) bezeichnet wird, 20.254 Tonnen. Der Bereich ,,Saurisserie", der getrockneten, marinierten und geraucherten Fisch umfasst, ist in den Statistiken fur ,,Le Rayon Traiteur Libre Service" nicht enthalten. Dieser Bereich betragt nochmal 9.419 Tonnen.

Tiefgekuhlte Produkte erreichten erstaunliche 58.250 Tonnen. Der Gesamtwert bei gekuhlten Produkten lag bei 177 Millionen Euro, bei tiefgekuhlten Produkten bei 459 Millionen Euro. Somit waren die Zahlen bei tiefgekuhlten Meeresprodukten sowohl hinsichtlich des Volumens als auch hinsichtlich des Wertes mehr als doppelt so hoch. (Die Statistiken stammen aus einer Xerfi-Studie, ,,Le Marche du Poisson et des produits de la mer" (frais et prepares), die bei der Handelskammer in Lyon erhaltlich ist.)

Die Verteilung der gekuhlten Meeresprodukte erfolgt nicht nach dem gleichen Muster wie die der tiefgekuhlten. Die tiefgekuhlten Produkte dominieren nicht nur die Verkaufe an Restaurants und Kantinen, sie verfugen auch uber ein Monopol in den Tiefkuhlzentralen. Hersteller der gekuhlten Produkte und der ,,Saurisserie" verkaufen 88% ihres Outputs an grosse und mittlere Einzelhandelsladen, vier Prozent an Fischgeschafte und Markte, sechs Prozent an kommerzielle Restaurants und zwei Prozent an Kantinen.

Die Hersteller der tiefgekuhlten Produkte dagegen verkaufen 57% ihrer Ware an grosse und mittelgrosse Laden einschliesslich der Tiefkuhlzentralen, 17% an kommerzielle Restaurants und 26% an Kantinen. Der Wettbewerb zwischen den bei den Vertretern der Konservierung durch niedrige Temperaturen wird folglich in den Hyper- und Supermarkten ausgetragen, wo fur den heimischen Bedarf eingekauft wird.

Die Verkaufe bei gekuhlten Produkten in diesen beiden Einzelhandelssegmenten erreichten bis zum 27. Oktober des Jahres 2003 2,03 Milliarden Euro, das sind 9,2% der Gesamtverkaufe. Die tiefgekuhlten Produkte erreichten 3.086 Milliarden Euro, bzw. 14% des Gesamtumsatzes.

Laut Statistiken gliedern sich die tiefgekuhlten Produkte wie folgt auf: susse Produkte--758 Millionen Euro oder 3,4% der Gesamtverkaufe; herzhafte Produkte--2,338 Milliarden Euro oder 10,6% der Gesamtverkaufe. Die Verkaufe der gekuhlten Produkte in den Hyper- und Supermarkten konnten im letzten Jahr um 9,8% ansteigen. Die Verkaufe der tiefgekuhlten sussen Produkten gingen um 3,4% zuruck, wohingegen die Verkaufe der herzhaften Produkte um 1,8% steigen konnten.

Die Nachfrage nach gekuhlten Produkten ist allgemein steigend, obwohl die Wachstumsrate jedes Jahr ein wenig sinkt. Im Jahr 2002 stieg der Gesamtumsatz um 12% (funf Jahre zuvor lag er noch bei 15%). Die Tiefkuhlkostverkaufe steigen noch nicht einmal annahernd so schnell. Im Jahr 2002 lag der Gesamtanstieg der Tiefkuhlkost im Einzelhandel im allgemeinen bei 2,5%. Der Anstieg fur die Privathaushalte lag bei 1,9%. Der Verbrauch in Restaurants um Kantinen konnte lediglich um 0,8% steigen.

Die Tiefkuhlkostindustrie schreibt einen Teil der Ver antwortung fur das langsame Wachstum der Verkaufszahlen der Art und Weise zu, wie Tiefkulkost in den Hyper- und Supermarkten behandelt und prasentiert wird. Die Anzahl der in den Markten angebotenen Tiefkuhlprodukte ist in den letzten Jahren gestiegen, wobei das aktuelle Wachstum hinsichtlich der Anzahl der Produkte pro Jahr bei 5% liegt. Die fur die Tiefkuhlkost vorgesehene Flache ist jedoch gleich geblieben oder hat sogar abgenommen, grosstenteils als Ergebnis der vermehrt angebotenen gekuhlten Produkte. Somit ist es den Markten nicht moglich Tiefkuhlkost adaquat zu prasentieren.

Daruber hinaus werden die Lager fur besondere Tiefkuhlprodukte nicht immer aufrecht erhalten. Deshalb konnen Kaufer auf der Suche nach einem spezifischen Produkt dieses oft nicht finden. Ein Ruckgang der wochentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden in Frankreich hatte auch keinen positiven Einfluss auf die Situation. Ein Artikel in Points de Vente (23. April 2003) betont, dass zwischen 2001 und 2002 die fur die Tiefkuhlkost vorgesehene Flache in grossen und mittelgrossen Markten um 4% zuruckgegangen ist. Die ,,taux de rupture" (Rate der nicht verfugbaren Produkte) erreichte eine Rekordzahl von 18,7%.

Ein Hypermarkt auf der Einkaufsstrasse Part Dieu in Lyon, in welchem Mary Davis seit ca. 18 Jahren regelmassig einkauft, ist ein exemplarisches Beispiel fur das Problem. Fruher hiess er Euromarche, heute Carrefour. Die fur Tielkuhlkost vorgesehene Flache ist seit zwei Jahrzehnten ungefahr gleich geblieben. Die Regale an einer Seite des Tiefkuhlkostbereiches sind offen, d.h. es gibt keine Glasturen. Den Verpackungen in diesen Regalen sieht man haufig an, dass sie nass sind oder einmal nass waren: die Pappe ist aufgequollen, auf der Aussenseite hat sich Eis gebildet.

Kurzlich beschwerte sich die Journalistin wahrend eines Einkaufs beim Kundenservice und betklagte den Zustand zweier Produkte, die sie fur die Illustration dieses Artikels gekauft hatte. Der Mitarbeiter erklarte kategorisch, dass die Gefriergerate einwandfrei arbeiten und dass die Feuchtigkeit der Verpackungen durch Luftbewegungen in den Geraten und Kondenswasser auf den Verpackungen entstanden sei.

Mag sein. Aber in einer der beiden Packungen waren Eiskristalle. Dennoch, wie viele Kunden wurden Lebensmittel in Verpackungen kaufen, die offensichtlich nass gewesen sind? Daruber hinaus waren die Gefriergerate fur die wichtigsten tiefgekuhlten Fischprodukte mit nur wenigen Produkten bestuckt. Der Tiefkuhlkostbereich bedarf offensichtlich grosserer Aufmerksamkeit.

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